Villach Landskron

  • Ort: Villach Landskron
  • Jahr: 2011
  • Aufgabe: Potentiale für Shared Space
  • Partner: in Kooperation mit FGM
  • Status: Entwurfsstudie

Nach Umbauten (Verlegung Telekom, Fernwärme etc) im Bereich der Ossiacher Straße ist ein Neubau (umfassende Sanierung) der gesamten Oberflächen der Straße erforderlich. Die Straße verbindet das Stadtzentrum von Villach mit dem Südende des Ossiacher Sees und ist eine Landesstraße. Für die hochrangige Verbindung vom Stadtzentrum zum See besteht jedoch nordwestlich eine gut ausgebaute Umfahrungsstraße. Dies ist insofern zu beachten, als die Ossiacher Straße durch den zentralen Bereich des Ortsteils Lansdskron führt – ein wichtiger und zur Zeit durch Zuzug stark wachsender Teil der Stadt Villach. Aus der historischen Entwicklung heraus weist der vor allem für Wohnzwecke genutzte Ortsteil Landskron kein ausgewiesenes Zentrum auf. Die Schaffung einer Zentrumsfunktion im mittleren Bereich der Ossiacher Straße erscheint jedoch aufgrund der Konzentration an öffentlich relevanten Nutzungen entlang der Straße in diesem Bereich möglich, sinnvoll und wünschenswert.

Eine Gruppe von Anrainern hat daher im Sinne einer aktiven Bürgerschaft den Wunsch artikuliert, die erforderliche Neugestaltung in diesem Bereich im Sinne der Shared Space Prinzipien durchzuführen. Es besteht zwischen den Anrainern ein intensiver Kontakt sowie die Bereitschaft, sich im Sinne einer partizipativen Planungskultur aktiv an einem Neugestaltungsprozess zu beteiligen. Es ist damit der Wunsch verbunden, den Neubaubedarf (komplette Neuherstellung der Oberflächen) zur Neugestaltung zu nutzen, um durch die räumliche Ausbildung einer neuen Zentrumsfunktion zugleich einen wichtigen Beitrag für die städtebauliche Entwicklung des Ortsteils Landskron zu leisten. Dieses Anliegen wird auch von den politischen Gremien der Stadt Villach unterstützt. Zuvor soll jedoch die Frage geklärt werden, ob die vorhandene (räumliche, soziale, funktionale und verkehrstechnische) Charakterstik des Gebiets geeignet ist, um hier einen gut funktionierenden Shared Space auszubilden. Daher wurde die Forschungsgesellschaft Mobilität FGM aus Graz damit beauftragt, im Rahmen einer Entwurfsstudie die Potentiale für die Etablierung eines Shared Space Projektes zu ermitteln. Diese Studie wurde so ausgeführt, dass sie gleichzeitig präzise auf den bereits erarbeiteten (sozial motivierten) Vorstellungen der Bürger vor Ort aufbaut und die (verkehrstechnischen) Erfordernisse einer Landesstraße in diesem Bereich berücksichtigt.

Durch die nunmehr vorliegende Entwurfsstudie kann gezeigt werden, in welcher Form die Anwendung der Shared Space Prinzipien im Bearbeitungsgebiet sinnvoll und zielführend ist, um folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Ausbildung eines attraktiven öffentlichen Raums mit hoher Aufenthaltsqualität für alle Bürger
  • Integration des Verkehrs im Sinne einer dem Ort angemessenen, sicheren Verkehrsführung
  • Erzielung von zurückhaltenden Effekten bei allen Verkehrsteilnehmern im Sinne einer neuen Verkehrskultur (Stichwort: Koexistenz statt Dominanz)
  • Keine Schaffung von unnötigen Verzögerungseffekten für den Verkehr (Stichwort: Verstetigung der Geschwindigkeiten auf niedrigem Niveau)
  • Zugänglichkeit (barrierefrei und sicher) für alle Nutzergruppen, vor allem Kinder (Bereich des Schulzugangs), ältere Mitbürger, Mobilitätseingeschränkte, blinde oder seheingeschränkte Mitbürger
  • Unterstützung des sozialen Lebens vor Ort, Ausbildung eines Zentrumsbereichs
  • Attraktivierung des Ortsteils Landskron als Wohn- und Lebensstandort