MASTERPLAN ORTSKERN ST. JOHANN IN TIROL 1. PREIS

  • Ort: ST. JOHANN IN TIROL
  • Jahr: 2013
  • Partner: Lichtplanungsbüro Christian Ragg
  • Status: 1. Preis

Im Zuge des „Masterplan Ortskern St. Johann in Tirol“ werden zwei wesentliche ortsplanerische Schritte gesetzt: einerseits ein Gesamtgestaltungskonzept hinsichtlich der Gestaltung der öffentlichen Räume für den zentralen Bereich von St. Johann in Tirol, andererseits ein Masterplan für die bauliche Entwicklung der noch unbebauten oder leer stehenden Flächen für die Bereiche Bahnhof, Brauhaus, Goldener Löwe, jenseits der Bahn im Klausner Areal und an der Ortseinfahrt Dampflfeld.

Auf der Basis einer vertiefenden Funktionsanalyse entwickelt das Projekt präzise Leitlinien für die räumliche Entwicklung von St. Johann. Die Verteilung von Aktivitäten im Ort (Konzentration von Schulen, die Einkaufsstraßen, der Bereich von Krankenhaus und Pflegeeinrichtungen etc. ) bildet dabei den Hintergrund für die Entwicklung des räumlichen Leitbildes. Wesentliche Elemente sind die Innenstadtspange, in der alle wichtigen Aktivitätsbereiche im Zentrum zusammengefasst werden und die konsequente Ausbildung einer grünen Achse bzw. eines grünen Bandes, das vom Bahnhofsvorplatz über einen neu anzulegenden Kur-Park östlich des Krankenhauses bis hin zur Kitzbühler Ache führt und sich dort mit den vorhandenen Grünräumen verbindet. In südlicher Richtung wird dieses grüne Band über die Achse der Bahnlinie hinweg geführt, um durch einen hochwertigen Brückenschlag zum Klausner Areal auch dort attraktive Entwicklungsgebiete für das zukünftige Wachstum von St. Johann entstehen zu lassen.

Die Vorschläge für die Gliederung von Baumassen und die Entwicklung von Gebäudetypologien sind konsequent aus dem Gesichtspunkt der Maßstäblichkeit heraus entwickelt. Wegenetze, Baufeldgrößen und Gebäudehöhen beziehen sich auf die vorhandene Ortsstruktur und werden in Zukunft die Bauaktivitäten so beeinflussen, dass eine harmonische Gesamtentwicklung des Ortes gewährleistet ist.

Auch das Konzept für die umfassende Erneuerung des öffentlichen Raums legt Wert darauf, vorhandene Qualitäten zu erhalten, zu stärken und maßvoll zu ergänzen. An der Schnittstelle von Mobilität, Architektur und der sozial hochwertigen Nutzung des öffentlichen Raums folgt die aufmerksame Transformation von Straßen- und Platzräumen den neuen Planungsprinzipien von Shared Space und Begegnungszone. Ziel ist ein zusammenhängendes Geflecht von attraktiven öffentlichen Räumen, die vor allem auf die Bedürfnisse von Fußgängern und Radfahrern abgestimmt sind. So ist die aufmerksame Neugestaltung des öffentlichen Raums für die Gemeinde St Johann zugleich ein wichtiger Schlüssel, um die Ortsentwicklung aktiv zu steuern.