NEUBAU WOHN-UND PFLEGEHEIM NUSSDORF-DEBANT

  • Ort: Nussdorf-Debant
  • Jahr: 2013
  • Aufgabe: 2-Stufiger Realisierungswettbewerb
  • Partner: Architekturbüro Hussa+Kassarnig
  • Status: 2. Stufe

Maßstab und Kontext
Die klare Gliederung der Baumassen erzeugt eine Gebäudekomposition, in der sich die Funktionsstruktur des gesamten Pflegeheims abbildet. Die Baumassengliederung baut eine Maßstabsbeziehung zum Kontext der gebauten Umgebung auf und schließt den nördlichen Ortsrand von Debant. Motive einer idealisierten Dorflandschaft entfalten innerhalb der Gebäudelandschaft unter einem zur Krone gefalteten Dach den Erlebnisreichtum für Bewohner und Besucher.

Wirtschaftlichkeit (Struktur und Konzentration)
Höchste Flächenökonomie durch weitgehende Vermeidung von Erschließungsflächen. Präzise Raumkonfigurationen machen es möglich, dass nahezu alle erschließenden Flächen mit hoher Aufenthaltsqualität ausgestattet sind. Kurze Wege und klare Funktionseinheiten erleichtern die Pflege für das betreuende Personal.

Erlebnisqualitäten:
Der innere Reichtum für die Bewohner entsteht aus der aufmerksamen Gestaltung von alltäglichen Begegnungszonen, komplexen Blickbeziehungen, leicht und etappenweise zu bewältigenden Wegebeziehungen und einer Vielzahl von hervorragenden Beobachterpositionen, die das Leben auch für jene Menschen unterhaltsam gestalten, deren Wahrnehmungs- und Bewegungsfähigkeit sich schrittweise reduziert.

Ein vertrautes Milieu:
Aus Respekt gegenüber der Lebensgeschichte der zukünftigen Bewohner wird keine Verpflegungsmaschine konzipiert, sondern ein Lebens-Dorf, das mit den Erfahrungen der Bewohner korrespondiert. Aus Respekt gegenüber der Arbeit des Personals werden Pflegeabläufe funktional optimiert: einfache Übersicht, kurze Wege, Orte des Rückzugs und der Regeneration. Vertraute Elemente werden in Maßstab, Material und Funktion aufgegriffen, neu interpretiert und präzise an die Anforderungen des modernen Komforts angepasst.

Im Quartier
Die Pflegestationen werden intern wie kleine Quartiere innerhalb eines Dorfes gestaltet. Jede Station wird geformt aus der Spannung von privater Sphäre und offener Begegnung, Rückzug und Hinwendung, Ruhe und Unterhaltung. Der gemeinsam genutzte Raum erhält den Charakter eines kleinen Quartiersplatzes, in dem unterschiedliche Raumzonen zwanglos ausgebildet werden können. Gangartige Erschließungsflächen können auf ein Minimum reduziert werden, weil jede Zugangsfläche zugleich ein Maximum an Aufenthaltsqualität ausbildet.

Zu Hause – im eigenen Zimmer
Neben den Erfordernissen der physischen Vorsorge und den daraus abgeleiteten technischen Standards in der Praxis der Pflege wird bei der Konzeption des Zimmers auf die möglichst vielfältige und variable Nutzung der Fensterfront gelegt. Der Reichtum des Zimmers entsteht aus der Beziehung zum Außenraum und aus der Möglichkeit, auf sehr unterschiedliche Art diese Beziehung zum Außenraum zu gestalten.

Der Quartiersplatz
Der Quartiersplatz bildet neben einem Zentrum (Küche, Essen) und großzügigen Übergängen zum Außenbereich (Licht, Balkon und Ausblick) ein reiches Angebot an unterschiedlichen Raumsituationen, so dass die BewohnerInnen je nach Charakter, sozialer Stellung oder spontaner Stimmung leicht ihre angemessene Position im Raum finden können. Dichte und Entspannung können frei und spontan moduliert werden. Es entstehen zahlreiche Beobachterpositionen, die eingenommen werden können, ohne große physische Wege zurücklegen zu müssen. Alle diese Positionen können vom Pflegestützpunkt aus gut eingesehen werden.

3 x 3 Quartiere
Die Einheiten in den drei Quartiersgeschossen werden so gegeneinander verschoben, dass sie klar strukturierte Außenbereiche bilden. Wie die Quartiere eines Dorfes integrieren sie Außenräume mit unterschiedlichen Qualitäten und bilden im Schnittpunkt der drei Hauptbaukörper ein Zentrum aus, in dem sich Bewegungen und Beobachtungen konzentrieren – hier entsteht über drei Geschosse der Boulevard.

Zur Abwechslung: Verbindung, Begegnung, Beobachtung
Die Verbindung der einzelnen Quartiere erzeugt einen Raum, der über drei Geschosse zum Inbegriff von Bewegung und Beobachtung wird. Hier hat der Beobachter des Lebens zahlreiche Aktivitäten vor Augen – drinnen und draußen. Kurze Wege (innerhalb des Geschosses) zwischen den Stationen werden über die vertikalen Verbindungsachsen zu einem dreidimensionalen Boulevard zusammengeschlossen: durch erkerartige Sitzbereiche kann Blickkommunikation zwischen den Geschossen entstehen.

Integration im Dorf – Die Zugangsseite
Die nördliche Anbindung bildet die Integration in das Netz des öffentlichen Raums. Der Vorplatz im Erdgeschoss strukturiert alle Zugangsaktivitäten: klar erkennbar unterscheiden sich Hauptzugang, Anlieferung/Entsorgung sowie die Zufahrt zur Tiefgarage. Unter einem großzügig auskragenden (begehbaren) Vordach werden alle Ankommenden ihrer Art entsprechend empfangen. Im Bereich des Cafes und des Mehrzweckraums entstehen in der wechselseitigen Beobachtungszone zwischen Innen und Außen zahlreiche Blickbeziehungen. Und auch über dem Dach wird das Spiel des Sehens und Gesehen-Werdens spielerisch fortgesetzt.

Integration im Dorf – Die Zugangsseite
Die nördliche Anbindung bildet die Integration in das Netz des öffentlichen Raums. Der Vorplatz im Erdgeschoss strukturiert alle Zugangsaktivitäten: klar erkennbar unterscheiden sich Hauptzugang, Anlieferung/Entsorgung sowie die Zufahrt zur Tiefgarage. Unter einem großzügig auskragenden (begehbaren) Vordach werden alle Ankommenden ihrer Art entsprechend empfangen. Im Bereich des Cafes und des Mehrzweckraums entstehen in der wechselseitigen Beobachtungszone zwischen Innen und Außen zahlreiche Blickbeziehungen. Und auch über dem Dach wird das Spiel des Sehens und Gesehen-Werdens spielerisch fortgesetzt.