Klinik für Integrative Medizin

  • Ort: Bad Gleichenberg
  • Jahr: 2002
  • Aufgabe: Raumgefüge der Heilung
  • Partner: Dr. Alfred Warnig (Arzt, für das Raumprogramm)
  • Status: Entwurfsstudie

Integrative (und komplementäre) Medizin unterscheidet sich vom Reparatur-Paradigma der Schulmedizin dadurch, dass sie Krankheit nicht als Störung, Unfall oder Abweg sieht; in der Begegnung mit der Krankheit öffnet sich für den Patienten die Möglichkeit der Transformation. Krankheit und Heilung sind Prozesse, die das Dasein des Patienten steigern und entwickeln. In der Begegnung mit der individuellen Krankheit verfeinert der Patient seine (Selbst-)Wahrnehmung. Aus der Intimität dieser Wahrnehmung entsteht eine Verwandlung des Patienten, die dieser erkennen, bejahen und entwickeln muss. In diesem Prozess wird der Patient durch die Therapie unterstützt: er erweitert schrittweise seinen Wahrnehmungs- und Aktionsradius, um so zu neuen Kräften zu kommen. – Dieser zentrale Prozess muss durch die räumliche Struktur der Klinik unterstützt werden. Aus der Konzentration des Patientenzimmers öffnet sich der Weg in gefasste Innenhöfe und weiter in die freie Landschaft des südoststeirischen Hügellandes. Die Hanglage bietet dabei Chance (der Belichtung und der weiten Blicke) und Herausforderung (der für jede Klinik erforderlichen barrierefreien Gliederung in ein rigides Geschosssystem). Die Entwurfsstudie bietet eine klare Auseinandersetzung mit den Funktions- und Gestaltmotiven der Organischen Architektur und bezieht sich zentral auf eine nüchterne Frage: Wann wird das Bauwerk zu einem Organ des sich entfaltenden Lebens?