Wettbewerb Graz Schönaugürtel 2. Preis

  • Ort: Graz
  • Jahr: 2017
  • Aufgabe: Entwurf einer Wohn- und Geschäftsbebauung
  • Partner: FWB Architekten ZT GmbH
    PixLab
  • Status: Geladener Wettbewerb 2. Preis

Entwurfskonzept

Gesamtanlage

Die Gliederung der Gesamtanlage folgt den Prinzipien der geschlossenen Hofbebauung. Dabei wird das Gebäude als ein gesamter, jedoch in sich gegliederter Baukörper aufgefasst, der den Bauplatz nach außen hin abschließt und einen ruhigen und privaten Innenhof schafft. Die Wohnnutzung (59%) wird um diesen Innenhof angeordnet; damit wird gewährleistet, dass jede Wohnung nach Süden und/oder nach Westen ausgerichtet ist und über einen Balkon in diese Richtung verfügt. Die studentischen Wohnungen (41%) sind, bis auf vier barrierefreie Wohnungen im Hochparterre an der Südseite, nach Osten ausgerichtet und werden zusätzlich großzügig über das Atrium belichtet. Der problematischen Belichtungssituation durch die Eisenbahntrasse im Süden wird begegnet, indem  das Erdgeschoss in diesem Bereich um 1,50m angehoben wird. Im darunter liegenden Tiefparterre befinden sich Nebenräume wie Müll-, Fahrrad- und Kellerräume. Die Höhendifferenz wird ab dem 1. Obergeschoss mit der Geschäftsfläche im Norden (1.145m²) mit einer Geschosshöhe von 4,5m ausgeglichen.

Erschließungskonzept

Alle Einheiten werden über (Lauben-) Gänge erschlossen, daher kann die Erschließung auf zwei Kerne beschränkt bleiben. Die beiden Treppenanlagen und die beiden Lifte können jeweils sowohl die Wohn- als auch die studentische Nutzung bedienen, sind jedoch schwerpunktmäßig einer der beiden zugeordnet.

Lärm

Keine Wohn- oder Aufenthaltsräume orientieren sich nach Norden, die Lärmbelastung durch den Schönaugürtel wird darüber hinaus mit einem geschlossenen Laubengang minimiert.

Nutzungsidee und Alleinstellungsmerkmal

Atrium

Um die Belichtung insbesondere des studentischen Bauteils zu verbessern, die Aufenhaltsqualität im Eingangs- und Erschließungsbereich zu erhöhen und eine klare, ansprechende Identität zu schaffen, wurde der innenliegende Gang zwischen studentischer Nutzung und Wohnnutzung zu einem räumlich gestalteten Atrium erweitert. Um Konflikte zwischen den Nutzergruppen zu vermeiden, sind die einzelnen Wohneinheiten ab den beiden Erschließungkernen getrennt erreichbar. Das Atrium bildet einen spannungsgeladenen Raum über mehrere Ebenen, die zusammen mit den Brücken, Treppen und Laubengängen einen lebendigen vertikalen Lebensraum bilden. Dieser Raum erstreckt sich vom nördlichen Zugang bis zur südlichen Eingangszone. In dieser Eingangszone treffen die öffentlichen Funktionen der Radweganbindung oder des Studentencafés auf die privateren Wohnfunktionen und das Atrium verbindet den grünen Innenhof mit dem Straßenraum und den Dachnutzungen.

Freibereiche

Die effizienten Wohnungsgrundrisse werden durch verschiedene, auf die Nutzergruppen abgestimmte Freibereiche aufgewertet. Abgesehen von dem Balkon, über den jede Wohnung verfügt, können die Laubengänge teilweise als Erweiterung des Wohnraums genutzt werden. Darüber hinaus wird im abgetreppten Innenhof ein Kinderspielplatz angelegt, und ein Teil der Dachfläche steht den Bewohnern für Kräutergärten oä. zur Verfügung. Ein Großteil des Daches ist jedoch der studentischen Nutzung zugeordnet und umfasst verschiedene Bereiche wie eine Liegewiese oder ein Sonnendeck, das frei möbliert werden kann.

Flexibilität in der Grundrissgestaltung

Die Einheiten der Wohnnutzung folgen einem klaren Raster, daher kann der Wohnungsmix entsprechend den Wünschen des Bauherrn angepasst werden. Dies gilt insbesondere auch für die Studentenzimmer. Diese sind nach einem einheitlichen Schema aufgebaut, sodass ein Zusammenlegen oder Teilen von Einheiten durch minimale bauliche Eingriffe erreicht werden kann.

Flächenausnutzung

Da das witterungsgeschützte Atrium sowie ein Großteil der Laubengänge nicht dichterelevant ausgeführt werden können, kann die vorgegebene Dichte gut ausgenutzt werden. In Abhängigkeit von den städtebaulichen Vorgaben wären auch zusätzliche Penthäuser am Dach des südlichen Bauteils denkbar. Diese Möglichkeit wurde in den Plänen nicht dargestellt.

Straßen- und Platzgestaltung

Zum Schönaugürtel bietet die Fassade ein klares, gediegenes und städtisches Bild mit einer grosszügigen Erdgeschosszone. Der strenge Rhythmus der Fassade im Erdgeschoss wird nach oben hin aufgelockert und durch das vertikale Element des lebendigen Atriums gebrochen. Die Verlängerung der Pestalozzistraße bietet mit einem großen, robusten Plattenbelag (z.B. Betonplatten) ein ruhiges und elegantes Bild, das mit der Struktur der Fassade harmoniert. Diese Stichstraße ist ab der Kreuzung Schönaugürtel mit zehn Stellplätzen als belebter Vorbereich der geplanten geschäftlichen Nutzung konzipiert. Dieser Charakter setzt sich bis zum geplanten Eingangsbereich fort, indem der in der Auslobung als „Partyraum“ bezeichnete allgemeine Bereich für die Studenten als „Studentencafé“ (inkl. 15m² Verwaltungsraum) formuliert wird, das eine Verbindung des Atriums mit dem Außenraum schafft. Zur Bahntrasse hin wird die Straße platzartig gefasst. Bei einem zukünftigen Ausbau des Radweges wird dieser über eine kleine Rampenanlage an den Platz angebunden.

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